Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge


 
Alleine in Paris
• • • •   (bewertet mit 4 von 5 Punkten)

Rezension bezieht sich auf: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge: Leipzig 1910 (Taschenbuch) Dieses erstmals 1910 erschienene Werk Rilkes ist seine wichtigste Prosaveröffentlichung, was nicht heißt, dass es einfacher zu lesen wäre als seine Gedichte. Selten ist eine Persönlichkeitskrise drastischer dargestellt worden als hier: Auflösung des Ich, Anonymität der Städte, alle großen Themen der Moderne finden sich in den Aufzeichnungen versammelt. Malte Laurids Brigge, der Erzähler, kommt aus Dänemark in die Großstadt Paris und sp'Et, wie dort Veränderungen in ihm vorgehen: "Ich beginne zu sehen.'ESeine anfangs noch nachvollziehbaren Berichte f'Eren immer mehr ins Innere, bis man schließlich nicht mehr weiß, was eigentlich wirklich passiert. Am Ende des Buches ist der Verbleib des Protagonisten ungewiss.
In der Tat ist dies ein schwieriges Buch, in dem lyrische Passagen die konventionelle Erzählung auflösen. Eine stringente Geschichte kann man daher nicht erwarten. Wer sich allerdings auf die atmosphärische Dichte, die Tiefe der Beschreibungen und den Rhythmus der Sätze einlässt, wird daf'E belohnt. Vielleicht sollte man das Buch als ein langes Prosagedicht betrachten, um nicht mit falschen Voraussetzungen daran zu gehen.
Mir hat diese Ausgabe besonders gut gefallen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 21. Mai 2002
Kundenrezensionen:
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